Sparring Boxen: 6 Tipps für Beginner

Sparring Boxen: 6 Tipps für Beginner
Boxen ist eine der wenigen Sportarten, bei der fast alle Muskelgruppen beteiligt sind. Sie beinhaltet sowohl Cardio- als auch Kraft- und Koordinationstraining. Boxen hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Nicht nur die körperliche Fitness profitiert davon, auch für die emotionale Ausgeglichenheit und mentale Entwicklung ist Boxen hervorragend geeignet. Unabhängig davon, welches Ziel Du mit Boxen verfolgst – Abnehmen, Muskeln trainieren oder Boxprofi werden – bietet Sparring die perfekte Möglichkeit für Deine sportliche Entwicklung.

Was ist Sparring?

Als Sparring bezeichnet man in der Boxerwelt einen Trainingskampf, der in der Regel einfacher ist, kleineres Verletzungsrisiko mit sich bringt und selten ohne spezielle Schutzausrüstung durchgeführt wird. Der Gegner wird in solchen Trainingswettkämpfen als Sparringspartner bezeichnet. Sparringspartner werden nach ihrem fachlichen Niveau passend zueinander ausgewählt. Im Gegensatz zu einem regulären Wettkampf ist das Ergebnis bei Sparring Boxen nicht wichtig, denn das Hauptaugenmerk liegt bei Sparring auf der Beherrschung der Technik und Sammeln der Erfahrung.

Boxen Sparring ist ein wichtiger Teil der Vorbereitung auf den bevorstehenden Wettkampf und sollte nicht unterschätzt werden. Sparring bietet die Möglichkeit im Kampf nachzudenken, die angewandte Technik zu analysieren und die gemachten Fehler zu korrigieren. Mit jedem durchgeführten Sparring Kampf verbessert der Boxer seine Fähigkeiten. Der Freestyle-Kampf entwickelt beim Athleten ein Gefühl für Distanz, Timing und Reaktionsgeschwindigkeit bei schwierigen Kombinationen. Boxsparring ist nicht nur für Anfänger enorm wichtig. Auch erfahrene Boxer profitieren von den Sparring-Vorteilen.

Warum ist gutes Sparring für jeden Boxer ein echter Mehrwert?

Sparring ist nicht nur das Herzstück des Boxtrainings, es ist die beste und effektivste Vorbereitung auf einen echten Kampf. Der Sportler kann seine eigenen Fähigkeiten in der entsprechenden Rundenzahl und mit dem passenden Partner im boxerischen Zweikampf überprüfen. Unter enorm realistischen Trainingsbedingungen des Boxen Sparring kann der Athlet seinen Kenntnisstand testen, bestimmte Techniken ausprobieren und dem Trainer sein Können zeigen. Sparring Boxen gibt dem Sportler die Möglichkeit seine Reife für den echten Wettkampf zu prüfen sowie seine Stärken und Schwächen zu identifizieren. Zudem hilft Sparring, sich auf seine kommenden Gegner einzustellen.

Durch gezieltes Training gegen technisch versierte Sparringspartner oder gegen Boxer, die schlagstark bzw. defensiv stark sind, konzentriert sich der Sportler auf die Technik, die er für einen bestimmten Wettkampf braucht. So kann der Sportler beispielsweise gegen größere oder konditionsstarke Sparringspartner kämpfen, gegen Boxer mit Rechts- oder Linksauslage, gegen erfahrenere Gegner oder Partner, die eine andere Körpergröße und -statur haben. Die Konzentration auf bestimmte Eigenschaften vom Gegner verbessert die Reaktion im Boxen. Im Sparring schulst Du nicht nur Deine Bewegungsabläufe, sondern auch Augen und Reaktionen. Du kannst Deine Taktik sowie Techniken verbessern und lernst auf die Anweisungen des Trainers zu hören und diese gekonnt umzusetzen. In den Nachbesprechungen mit dem Trainer und den Trainingskollegen findet wertvoller Austausch statt, der Dir in Deiner Entwicklung weiterhilft.


Diejenigen Sportler, die keinen Wettkampf machen, können durch Sparring ihre boxerischen Fähigkeiten weiterentwickeln und persönlich wachsen.

6 Tipps für ein erfolgreiches Sparring

Was ist beim Sparring zu beachten? Selbstverständlich sind beim Kämpfen die Boxbandagen äußerst wichtig. Denn sie schützen Deine Hände vor schmerzhaften Verletzungen. Je länger die Bandagen sind, desto besser werden Deine Gelenke geschützt. Für Erwachsene Boxer ist eine Boxbandagen Länge von 4,5 Metern empfehlenswert. Jedoch zählt zu einem guten und sicheren Sparringtraining nicht nur die richtige Bandagen Länge dazu, auch viele weiteren Faktoren spielen eine wichtige Rolle.

#1 Benutze eine gute Sparring-Ausrüstung – Sicherheit geht vor

Auch wenn Sparring ein Training ist, sollte die Schutzausrüstung jederzeit ein fester Bestandteil des Kampfes sein. Heute gibt es auf dem Markt eine riesige Auswahl an Sparring-Ausrüstung, die den gesamten Körper eines Boxers gut schützt und die Kämpfe weniger gefährlich macht. Boxhandschuhe und Bandagen beugen Verstauchungen vor, ein Kopfschutz schützt Dein Kopf zuverlässig vor Verletzungen, Mundschutz passt auf Deine Zähne auf und der Tiefschutz sichert den Genitalbereich ab. Um nicht nur Dich, sondern auch Deinen Sparring-Partner zu schonen, sind Sparringhandschuhe mit 14, 16 oder 18 Oz empfehlenswert.

#2 Sparring Ziel festlegen

Es ist wichtig, vor Beginn des Sparrings das persönliche Ziel festzulegen. Sparring kann sowohl als freies Sparring, bedingtes Sparring als auch in Form eines Aufgabensparringes erfolgen. Beim Aufgaben- oder bedingten Sparring werden für die einzelnen Boxer bestimmte Aufgaben festgelegt. Dies können sowohl technische als auch taktische Aufgaben sein. So kann z. B. der Boxer A die Aufgabe erhalten, nur mit der Führhand zu boxen und der Boxer B darf frei boxen. Oder Boxer A hat die Aufgabe, nur in der langen Distanz zu boxen und Boxer B muss durch technisch-taktische Bewegungen den Boxer A in den Nahkampf zwingen.

Aufgabensparring bietet eine optimale Möglichkeit, die eigenen Stärken zu trainieren und Schwächen auszugleichen. Freies Sparring unter Vorgabe der entsprechenden Rundenzahl ist hingegen die Königsdisziplin vor dem eigentlichen Wettkampf. Hierbei kann sich der Boxer optimal auf den Wettkampf vorbereiten.

#3 Richtiger Sparringpartner

Die Auswahl der Sparringspartner im Boxen ist für den Lerneffekt entscheidend. Damit der Boxer weder unter- noch überfordert wird, sollte der Gegner sich etwa auf dem ähnlichen Erfahrungslevel befinden. Es ist wichtig, dass die Sparringspartner sich gegenseitig auch als Partner ansehen. So können sie beide miteinander und voneinander lernen sowie sich weiterentwickeln.

#4 Probiere verschiedene Schlagkombinationen aus

Sparring bietet eine großartige Möglichkeit des Ausprobierens. Nutze diese Gelegenheit, um neue Schlagkombinationen zu erproben und bereits bekannte Kombinationen zu festigen. Dank Sparring kannst Du Deine eigenen Grenzen überwinden, Deine Stärken stabilisieren und Schwächen kompensieren.

#5 Locker bleiben und nicht verkrampfen

Wenn die Muskeln verkrampfen, ist eine gute Ausführung der Bewegungen nicht mehr möglich. Deshalb lautet die Prämisse – locker bleiben. Aufwärmübungen vor dem Sparring helfen Dir Deine Muskeln zu entspannen und die nötige Energie zu tanken.

#6 Achte auf Deine Atmung

Die richtige Atmung ist das A und O für die Kraft der Muskeln und für die Ausdauer. Nur wer richtig atmet, kann sich über längere Zeit auf den Kampf konzentrieren und seine Bewegungen kontrollieren. Richtige Atmung versorgt Deine Muskeln mit Sauerstoff und hilft gegen Übersäuerung.

Sparring – Übungen für Boxen und Kickboxen

Beim Sparring gibt es viele unterschiedliche Übungen. Dabei geht es immer um die technisch-taktische Ausrichtung. Hier eine kleine Auswahl:

  • Beide Partner machen ausschließlich Sparring mit der Führhand
  • Die Sportler dürfen ausschließlich gerade Schläge ausführen
  • Beide Partner machen nur Körpersparring, bei dem beide Sportler in der Nahdistanz sind und Schläge nur zum Körper ausführen dürfen
  • Partner A darf frei boxen, Partner B nur zum Körper
  • Partner A boxt nur mit der Führhand, Partner B darf frei boxen
  • Partner A ist aktiv und Partner B verteidigt und kontert
  • Partner A macht Druck, Partner B muss überwiegend mit guter Schrittarbeit ausweichen
  • Partner A versucht den anderen im Ring zu stellen, Partner B weicht durch Körper- und Schrittarbeit aus und versucht sich selbst in eine gute Position zu bringen

Wenn Du beim Boxen schneller werden, Deine Techniken verbessern und an die Gegner anpassen willst, ist Sparring genau das Richtige für Dich. Sparring bietet ein optimales Umfeld, sich und sein Können unter fast echten Bedingungen zu testen. Im Trainingskampf kannst Du gut erkennen, ob das bisher Gelernte sitzt und Du es auch in der Praxis anwenden kannst.


Das könnte dir auch gefallen